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Planung

Wie viel Platz pro Person? Raumgrößen richtig planen

16. April 2023 6 Min. Lesezeit

Raumgrößen richtig planen: So berechnest du Quadratmeter pro Person für Seminare, Workshops und Schulungen.

Die passende Raumgröße entscheidet mit darüber, ob Teilnehmende konzentriert arbeiten, gut sehen, sich frei bewegen und Pausen angenehm verbringen können. Zu kleine Räume wirken schnell überfüllt, zu große Räume bremsen Austausch und Atmosphäre. Wer Quadratmeter pro Person realistisch kalkuliert, plant nicht nur die Bestuhlung besser, sondern vermeidet auch kurzfristige Improvisation vor Ort.

Die Grundregel: Nicht nur Sitzplätze zählen

Bei der Raumplanung reicht es nicht, die Anzahl der Stühle mit einer pauschalen Quadratmeterzahl zu multiplizieren. Denn ein Seminarraum besteht aus mehr als der reinen Sitzfläche. Benötigt werden unter anderem Wege zwischen den Reihen, Platz für Referierende, Präsentationsfläche, Technik, Garderobe und gegebenenfalls Gruppenarbeitszonen.

Als erste Orientierung gilt: Je aktiver das Format und je flexibler die Bestuhlung, desto mehr Fläche braucht jede Person. Bei einer reinen Präsentation können Teilnehmende enger sitzen als bei einem Workshop mit Moderationsmaterial, wechselnden Kleingruppen und Arbeit an Tischen.

Die folgenden Werte beziehen sich auf die nutzbare Veranstaltungsfläche. Nebenräume wie Flur, Küche, Sanitärbereiche oder ein separater Pausenraum zählen nicht dazu. Wenn ein Raum beispielsweise 50 Quadratmeter groß ist, aber ein fester Schrank, eine breite Fensterfront oder eine kaum nutzbare Nische Fläche beanspruchen, ist die tatsächlich gut nutzbare Fläche kleiner.

Quadratmeter pro Person nach Bestuhlung

Die Bestuhlungsform ist der wichtigste Faktor für die Flächenberechnung. Eine parlamentarische Bestuhlung benötigt deutlich mehr Raum als eine Theaterbestuhlung, weil Tische und Arbeitsflächen hinzukommen.

Bestuhlung oder FormatRichtwert pro PersonGeeignet für
Theaterbestuhlung1 bis 1,5 m²Vorträge, Impulse, Präsentationen
Reihen mit Schreibunterlage1,5 bis 2 m²Kurzschulungen, Prüfungen, Vorträge mit Notizen
Parlamentarische Bestuhlung2 bis 2,5 m²Seminare, Weiterbildungen, Schulungen
U-Form2,5 bis 3,5 m²Diskussionen, kleinere Trainings, Präsentationen
Blockbestuhlung2,5 bis 3,5 m²Besprechungen, Klausuren, Führungskreise
Stuhlkreis2 bis 3 m²Austauschformate, Coaching, Retrospektiven
Workshop mit Gruppenarbeit3 bis 4,5 m²Kreativworkshops, Moderation, Teamarbeit
Bewegungsorientiertes Training4 bis 6 m²Übungen, Rollenspiele, aktive Lernformate

Diese Werte sind praxiserprobte Faustregeln, keine verbindlichen Vorgaben. Für eine konkrete Buchung solltest du immer den Grundriss, die Möblierung und die geplanten Methoden prüfen. Ein rechteckiger Raum lässt sich beispielsweise meist effizienter bestuhlen als ein verwinkelter Raum mit Säulen oder vielen Türen.

So rechnest du die benötigte Raumgröße

Die Grundrechnung ist einfach:

Teilnehmerzahl × Quadratmeterbedarf pro Person = benötigte Nutzfläche

Planst du ein Seminar mit 20 Personen in parlamentarischer Bestuhlung, rechnest du mit mindestens 2 bis 2,5 Quadratmetern pro Person. Daraus ergibt sich eine Fläche von 40 bis 50 Quadratmetern. Soll zusätzlich ein Tisch für die Seminarleitung, ein Präsentationsbereich mit Bildschirm und ein Materialtisch untergebracht werden, ist ein Raum mit etwa 55 bis 65 Quadratmetern deutlich entspannter.

Bei einer U-Form mit 14 Personen solltest du nicht nur 35 Quadratmeter als Untergrenze sehen. Gerade bei U-Formen benötigt die offene Seite ausreichend Platz für Moderation, Bildschirm oder Flipchart. Wenn Teilnehmende ihre Unterlagen ablegen, mit Laptops arbeiten und sich zwischendurch bewegen sollen, sind 40 bis 50 Quadratmeter oft die bessere Wahl.

Für einen Workshop mit 16 Personen und Kleingruppen rechnest du idealerweise mit 3,5 bis 4 Quadratmetern pro Person. Das entspricht 56 bis 64 Quadratmetern. Zusätzlich kann eine freie Wandfläche für Pinnwände, ein Bereich für Material sowie Platz für wechselnde Arbeitsinseln erforderlich sein.

Bestuhlung realistisch statt maximal planen

Viele Raumangaben nennen eine maximale Kapazität. Diese Zahl ist hilfreich, aber sie sagt noch nicht, ob der Raum für dein Format wirklich geeignet ist. Ein Raum kann beispielsweise 30 Personen in Theaterbestuhlung aufnehmen, für 30 Personen mit Tischen aber zu klein sein.

Prüfe deshalb immer, auf welche Bestuhlung sich die Kapazitätsangabe bezieht. Besonders relevant ist das bei Formaten mit hoher Beteiligung. Wenn alle Teilnehmenden schreiben, diskutieren, Unterlagen ausbreiten oder am Laptop arbeiten, brauchst du ausreichend Tischbreite und Bewegungsflächen.

Folgende Fragen helfen bei der Einschätzung:

  • Arbeiten die Teilnehmenden überwiegend zu zweit oder in Gruppen?
  • Werden Laptops, große Arbeitsmappen oder Moderationskarten eingesetzt?
  • Muss die Bestuhlung während des Tages verändert werden?
  • Gibt es eine Präsentationsfläche, die von allen gut sichtbar sein muss?
  • Soll eine Person im Rollstuhl problemlos teilnehmen können?
  • Werden Flipcharts, Pinnwände oder Metaplanwände genutzt?
  • Findet die Verpflegung im Veranstaltungsraum statt?
  • Brauchst du Platz für Kamera, Mikrofon oder hybride Zuschaltungen?

Je öfter du eine dieser Fragen mit „Ja“ beantwortest, desto sinnvoller ist ein großzügigerer Raum.

Fläche für Referierende, Technik und Material einplanen

Eine häufige Planungsfalle: Die Fläche für die Seminarleitung wird vergessen. Vor einer Sitzgruppe sollten in der Regel mindestens zwei bis drei Meter freie Tiefe verfügbar sein. So können Referierende sich bewegen, Flipcharts bedienen und mit Teilnehmenden interagieren, ohne dass die erste Reihe zu dicht an der Präsentation sitzt.

Auch Technik benötigt Platz. Ein großer Bildschirm oder eine mobile Leinwand braucht eine geeignete Wandfläche und einen ausreichenden Betrachtungsabstand. Bei Präsentationen solltest du darauf achten, dass keine Person seitlich verdreht sitzen muss oder durch Säulen und Schränke eingeschränkt sieht.

Für Moderationsmaterial empfiehlt sich ein fester Bereich, der nicht mitten im Laufweg liegt. Koffer, Karten, Klebepunkte, Marker, Ersatzkabel und Handouts sollten erreichbar sein, ohne dass ständig Stühle verschoben werden müssen. Bei ganztägigen Workshops kann ein Materialtisch von zwei bis drei Quadratmetern bereits viel Ruhe in den Ablauf bringen.

Pausen, Wege und Barrierefreiheit berücksichtigen

Gute Raumplanung endet nicht an der Tischkante. Teilnehmende müssen ihre Plätze erreichen, aufstehen und den Raum verlassen können, ohne dass jedes Mal mehrere Personen aufrücken müssen. Plane daher breite Hauptwege und vermeide Engstellen an Türen, Garderoben oder der Kaffeestation.

Bei barrierearmen Veranstaltungen sollte mindestens ein Platz so angeordnet sein, dass er ohne Umwege erreichbar ist. Achte auch auf ausreichend breite Wege zwischen Tischen und auf eine Position mit guter Sicht auf Präsentationen. Wenn Dolmetschende, Assistenzpersonen oder zusätzliche Technik vorgesehen sind, steigt der Flächenbedarf weiter.

Bei längeren Seminartagen ist ein separater Pausenbereich besonders wertvoll. Findet die Kaffeepause dagegen im Schulungsraum statt, darfst du die dafür benötigte Fläche nicht unterschätzen. Ein Raum, der während der Arbeitsphase gerade noch passt, wird mit Stehtischen, Geschirr und wartenden Personen schnell unruhig.

Drei typische Planungsbeispiele

Schulung mit 12 Personen: Für eine softwaregestützte Weiterbildung mit Laptops ist parlamentarische Bestuhlung sinnvoll. Rechne mit mindestens 2,5 Quadratmetern pro Person, also 30 Quadratmetern, besser 35 bis 40 Quadratmeter inklusive Präsentationszone und Trainerplatz.

Workshop mit 18 Personen: Geplant sind Gruppenarbeiten, Pinnwände und ein Wechsel zwischen Stuhlkreis und Kleingruppen. Mit 3,5 Quadratmetern pro Person ergibt sich ein Bedarf von rund 63 Quadratmetern. Unter 55 Quadratmetern wird der Wechsel der Arbeitsphasen häufig mühsam.

Impulsvortrag mit 40 Personen: Bei einer einstündigen Präsentation in Theaterbestuhlung können 1 bis 1,5 Quadratmeter pro Person reichen. Plane also 40 bis 60 Quadratmeter, abhängig von Bühne, Technik und gewünschter Bewegungsfreiheit. Für anschliessendes Networking ist ein zusätzlicher Bereich sinnvoll.

Den Raum vor der Buchung richtig prüfen

Fordere bei wichtigen Veranstaltungen einen Grundriss an oder besichtige den Raum vorab. Fotos zeigen Atmosphäre, aber selten die tatsächlichen Wege, Deckenhöhen oder Sichtachsen. Prüfe insbesondere die Position von Türen, Fenstern, Steckdosen, Heizkörpern und fest installiertem Mobiliar.

Für deine Suche kannst du passende Räume auf raum-vermietung.de nach Personenzahl, Bestuhlung und gewünschter Ausstattung vergleichen. Entscheidend bleibt jedoch immer dein Ablaufplan: Ein Raum ist dann richtig dimensioniert, wenn die geplante Arbeitsweise ohne Gedränge, lange Umbauzeiten und Sichtprobleme funktioniert.

Plane im Zweifel nicht auf Kante. Ein kleiner Flächenpuffer verbessert Konzentration, Komfort und Flexibilität. Gerade bei Seminaren und Workshops zahlt sich das aus, weil Teilnehmende aktiver mitarbeiten können und du auf Veränderungen im Tagesverlauf vorbereitet bleibst.

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